Info: Projekt Strahlende Kinderaugen in Kenia:

          www.strahlende-kinderaugen-kenia.de

          

           www.ce-regensburg-west.de

           

           "EWM - Ein Herz für Indien"e.V.           

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Hans Gnann

(Auszug aus dem Magazin Wegbereiter 3/2006 von Irmgard Hilmer)  

 Mir ist es ein Anliegen, mich dafür einzusetzen, dass vor allem auch dem christlichen Glauben fern stehende Menschen mit dem Evangelium erreicht werden. Menschen sollen durch den Glauben an Jesus Christus ihren liebenden, himmlischen Vater persönlich kennen lernen und erfahren, was es heißt, sich im Alltagsleben vom Heiligen Geist führen und leiten zu lassen“, bringt Hans Gnann die Frage nach seiner Motivation für sein außerordentliches Engagement im Bereich von Evangelisation, Lobpreis und Seminararbeit auf den Punkt. Gemeinsam mit seiner Frau Magdalena und Sohn Daniel wohnt er seit 2007 in Hemau, im Landkreis Regensburg.

 

Viele Menschen hätten Sehnsucht nach einer Begegnung mit Gott, nach Gemeinschaft mit ihrem himmlischen Vater, zu dem sie als seine Kinder „Abba Vater“ sagen dürfen. Viele würden nach dem Sinn ihres Lebens, nach ihrer Berufung suchen. Leider würden diese suchenden Menschen aber auch immer wieder an falsche Quellen geraten. Tiefe seelische Verletzungen und Wunden seien oftmals die Folge. „Eine tiefere und persönliche Beziehung zum Herrn ist die Antwort auf viele Fragen und Probleme, die wir Menschen haben“ ist Hans Gnann überzeugt. Er glaubt, dass während des Lobpreises, der Anbetung Gottes und während der Vorträge bei den Seminaren der Herr jedem einzelnen Teilnehmer durch den Heiligen Geist ganz individuell in Seiner grenzenlosen Liebe begegnet und ihn über Bitten und Verstehen hinaus beschenkt. All das klingt im Gespräch mit Hans Gnann wie selbstverständlich und authentisch. Themen in seinen Vorträgen sind vor allem  die Heilung an Geist, Seele und Körper, sowie das Gebet für die Kranken. Ein anderes Seminarthema beschäftigt sich mit „Näher ans Vaterherz Gottes“ oder „Gott hat einen Plan mit deinem Leben“, betont er und fängt an von seinem Werdegang zu erzählen.


 

Schon als Kind habe ich nie daran gezweifelt, dass es einen Gott gibt, aber irgendwie hatte ich keine persönliche Beziehung zu ihm. Manchmal, wenn ich Hilfe brauchte, betete ich ein formelles Gebet“, erzählt Hans Gnann. Nach seiner Ausbildung im Bereich Steuerungselektronik begann eine weltweite Außendiensttätigkeit. Dabei stand er häufig sehr großen Herausforderungen gegenüber und fühlte sich manchmal überfordert. „Ich war ein Suchender und wusste nicht, was ich suchte.“ Im Sommerurlaub begegnete er jungen, entschiedenen Christen, die voller Begeisterung mit Gitarrenbegleitung christliche Lieder sangen und den Kindern mit Handpuppen Szenen aus der Bibel vorspielten. Weil sie das mit so großer Fröhlichkeit taten und eine so herzliche Ausstrahlung, ein „gewisses Etwas“ hatten, wurde Hans Gnann neugierig. Sie erzählten ihm, wie sie durch den Glauben an Jesus Christus völlig von ihrer ehemaligen Rauschgiftsucht befreit und geheilt wurden. „Diesen Jesus Christus, von dem die jungen Leute so begeistert und real erzählten, wollte auch ich persönlich kennen lernen“, erinnert sich Hans Gnann. Ganz tief im seinem Inneren wusste er auf einmal, dass er das gefunden hatte, wonach er schon immer bewusst oder unbewusst gesucht hatte. Als er beruflich in Graz war, begann er in seinem Hotelzimmer in der Bibel zu lesen. „Ich las bis um 2 Uhr morgens. Anschließend bat ich Jesus Christus im Gebet um Vergebung meiner Sünde und lud ihn ein in mein Herz zu kommen. Ich spürte nach diesem Gebet einen unbeschreiblichen Frieden, fühlte als ob ein zentnerschwerer Stein von Schuld von mir genommen worden war“ berichtet Hans Gnann. Seit dieser Zeit habe er viele Erlebnisse mit Gott gemacht und erfahren, dass er wirklich seine Verheißungen erfüllt, die er uns in seinem Wort der Bibel zusagt. 

Damals begann Hans Gnann auch mit dem Komponieren und Texten von christlichen Liedern und Lobpreisproduktionen. Nun ist bereits seine vierte CD mit dem Titel „Wie auf Flügeln getragen - Instrumental“ erschienen. 

"Aber ohne meine Nairobi-Erfahrung würde ich wahrscheinlich all dies im Bereich der Evangelisation trotzdem nicht machen“ resümierte Hans Gnann und begann zu erzählen: Einmal wurde ich von meiner Firma nach Nairobi,  in die Hauptstadt Kenias, geschickt. Da ich dort meine Arbeit für etwa 2 Wochen unterbrechen musste, entschied ich mich nach Rücksprache mit meinem Arbeitgeber, Freunde in Mombasa am indischen Ozean zu besuchen. Ich fand heraus, dass täglich abends um 19 Uhr drei Busse von Nairobi während der Nacht nach Mombasa fuhren. So kaufte ich mir eine Karte und stieg in den ersten Bus ein. Einige Minuten vor der Abfahrt sagte auf einmal eine deutlich hörbare Stimme: „Geh raus aus diesem Bus!“. Ich schaute mich um, aber da war niemand, der mit mir gesprochen hatte. So argumentierte ich mit mir selbst und dachte: Ich habe so einen schönen Platz direkt hinter dem Fahrer, warum sollte ich aussteigen? Nach etwa einer Minute hörte ich wieder die Aufforderung: „Geh raus aus diesem Bus! Wieder begann ich zu argumentieren und blieb sitzen. Doch dann, etwa ein Minute später, war da wieder die deutliche Stimme, allerdings mit wesentlich mehr Nachdruck: „Geh raus aus diesem Bus und steig in den zweiten Bus ein!“ Dieses Mal reagierte ich wie durch eine Reflexbewegung, griff nach meiner Tasche, verließ schnell den Bus und stieg in den zweiten ein, der direkt dahinter stand. Kurz darauf fuhren alle drei Busse los. Es wurde dunkel und begann stark zu regnen. Nach etwa zwei Stunden kam eine Gefällestrecke. Ich sah, wie der erste Bus vor uns ins Schleudern kam, vor unseren Augen eine Leitplanke durchbrach und verunglückte. Vermutlich war einer der  Vorderreifen geplatzt. In meinem Schock über das eben Erlebte fragte ich: „Herr Jesus, wer hat vor der Abfahrt zu mir gesagt, dass ich aus dem Bus aussteigen soll?“ Sofort kam die Antwort. Diesmal allerdings nicht durch eine hörbare Stimme, sondern durch einen sehr klaren Eindruck des Heiligen Geistes: „Lies Psalm 34, Vers 8“. Mit noch zitternden Händen nahm ich sofort meine kleine Taschenbibel zur Hand und las: „Alle, die dem Herrn gehorchen, umgibt sein Engel mit mächtigem Schutz und bringt sie in Sicherheit.“

 

Ich preise und danke Gott ein Leben lang, dass er mich gerettet und am Leben erhalten hat“ betont Hans Gnann nach seiner Erzählung. Seit diesem Zeitpunkt habe er noch viele andere, reale Gotteserfahrungen gemacht und dieses Erlebnis sei nur ein Beispiel dafür, wie Gott auch heute noch im Leben von Menschen handelt, die ihm vertrauen. Das größte Abenteuer seines Lebens habe begonnen, als er Jesus Christus sein Leben anvertraute und zu einer „neuen Schöpfung in Christus“ wurde (2 Kor., 5,17). „Heute weiß ich, dass ich ohne die persönliche Beziehung zu Jesus Christus gar nicht wirklich gelebt habe, denn in Gottes Wort heißt es: „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht“ (1. Joh. 5,12).

 

 

Diesen tiefen Erlebnissen mussten zweifellos Taten folgen. 1986 besuchte Hans Gnann für vier Monate die ICPE Evangelisationsschule. Von 1988 bis 1992 durchlief er eine Leiterschaftsschule und hatte Missionseinsätze in Afrika und Asien. Dazu war natürlich nötig gewesen, dass er seinen Beruf verließ. „Das war eine Entscheidung, die viele überhaupt nicht verstanden“, erzählt Hans Gnann rückblickend. Schließlich hatte er einen qualifizierten Beruf, den er sehr liebte, dabei gut verdiente und verschiedene Länder der Welt bereiste. „Aber ich hatte einen unbändigen Drang zur Evangelisation, eine ganz besondere Berufung, im Herzen gespürt.“ Ab 1992 arbeitete er im vollzeitlichen Dienst der Ichthys-Gemeinschaft Runding, wo er hauptsächlich in der Lobpreisleitung und Teenagerarbeit tätig war. Nun hat Hans Gnann gemeinsam mit Frau Magdalena und Söhnchen Daniel seit 2007 in Hemau eine neue Heimat gefunden.

 

Einmal in der Woche leitet Hans Gnann einen Bibel- und Gebetskreis in Kelheimwinzer. Verschiedene Angebote von Anbetung und Lobpreis werden von Suchenden und Gläubigen aus der Region gerne angenommen. „Meine Frau mit der Geige und ich mit der Gitarre übernehmen auch bei Bedarf den musikalischen Bestandteil der Gottesdiesnte“, erzählt Hans Gnann.

 

„Seit 2004 ist Hans Gnann einer von drei Diözesansprechern der charismatischen Erneuerung in der Diözese Regensburg. Bei einem Gespräch mit dem Bischof, versicherten die Vertreter der CE, dass neben verschiedenen eigenen Projekten wie Glaubenskursen, Exerzitien, Segnung- und Lobpreisgottesdiensten, Familientagen und Jugendwochenenden und der Herausgabe eigener Publikationen auch die Zusammenarbeit mit anderen geistlichen Bewegungen das Ziel habe, den Glauben auch hierzulande wieder attraktiv zu machen. Wie auch den anderen geistlichen Neuaufbrüchen gehe es den Gebetskreisen, Gemeinschaften und Werken der CE in den verschiedenen Regionen der Diözese darum, Menschen zu einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus hinzuführen und ihnen zu helfen, ihr Leben aus einem tiefen Glauben heraus zu gestalten. Damit dies geschieht, möchte ich mich auch im Diözesanteam der CE dafür einsetzen, Veranstaltungen zu organisieren, damit immer mehr Menschen kennen lernen, was es heißt, sich im Alltagsleben vom Heiligen Geist führen und leiten zu lassen“, resümiert Hans Gnann abschließend.